Chinesische ACDC Module

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Fritzler
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Chinesische ACDC Module

Beitrag von Fritzler » Do 23. Apr 2020, 20:39

Nach den DCDC Modulen kommen jetzt auch ACDC Module.
Funktioniert ja bestens duch das Wirkleistungsmessgerät mit Modbus: https://fingers-welt.de/phpBB/viewtopic ... 14&t=12918

Heute kamen 2 an und durchtesten geht noch shcneller als mit DCDC Modulen.
Denn bis jetzt gibts nur eine Eingangsspannung. -> https://fingers-welt.de/phpBB/viewtopic ... 14&t=14467

1)
"AC-DC 5 v 1A 1000mA Netzteil Buck Converter Step Down Modul Adapter Transformator Kleine Größe"
https://de.aliexpress.com/item/32960487 ... 4c4d2fbLPh
Name: YS-5V1ASZD

5V bei 1A für den schmalen Taler von 1,30€!

BildBild

Jemand der andere Dinge getestet hat als ich:
https://chinese-electronics-products-te ... ested.html
Die angegeben 80% Wirkungsgrad werden aber nicht eingehalten:
Bild

Stromeingangsformen bei Last von 0A/100mA/250mA/500mA/750mA/1000mA
BildBildBildBildBildBild

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Fritzler
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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Fritzler » Do 23. Apr 2020, 20:50

2)
Jetzt was dickeres!

Das Teil hier verspricht wohl 4A ohne Luftstrom und 6A mit Luftstrom.
Jedenfalls interpretiere ich so:
"AC 100-240 V zu DC 24 V 4A 6A schaltnetzteil-modul AC-DC"
Spoiler: bei mehr als 5,5A wird der Ausgang abgeklemmt und das NT geht in einen Hickupmode.
https://de.aliexpress.com/item/32880021 ... 4c4d2fbLPh

Also 24V 4A für 5,10€ (damaliger Preis)

Dann mal ein paar Bilder:
BildBild

Der Abstand bei der 230V Eingangsklemme ist dann doch eher abenteuerlich:
Bild

Wirkungsgrad:
Bild
Die 10W Verlust bei 4A gehen noch in Ordnung, darüber sollte man echt ein Lüftchen wehen lassen.

Ausgangsdrop:
Bild

Wieder Stromeingangsformen.
Diesmal bei 0A/1A/2A/3A/4A/5A/5,5A
BildBildBildBildBildBildBild

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Chefbastler » Do 23. Apr 2020, 21:25

Neben Effizienz ist bei den Chinadingern auch noch was anderes von wichtiger Bedeutung wo der billige Chinese zum Teil auch richtig Abenteuerlich ist:

Sicherheit:
Angemessene 250V Gerätesicherung vorhanden?
Layout/Bauteile vertrausnwürdig für Netz?
Primär-Sekundär Isolation ausreichend für SK-II?
Wie heiß wird es unter 1h Volllast?
Was passiert bei Kurzschluss?
Ableitstrom Sekundärseitig gegen Erde?

Ordentliches Funktionieren:
Netzfilter Vorhanden?
Netzfilter funktionsfähig?
Ripple unter Last?
Regelverhalten?

Optional:
OVP vorhanden?
Klemmen Ordentlich?

Das alles zu Testen bräuchte allerdings noch mehr Equipment und Geduld das durchzuführen...
Da würde ich dann doch für ein paar € mehr gleich ein Meanwell kaufen...

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von video6 » Do 23. Apr 2020, 22:48

Sind für mich kleine Openframe Mininetzteile
Sowas frickle ich in geplatzte Standbyschaltungen rein bevor ich irgendwelche nicht zu besorgende Bauteile bekomme.
wenn das sowieso nur 5 Volt kommen müsse.

Handylader sind ähnlich

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Fritzler
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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Fritzler » Fr 24. Apr 2020, 14:02

Mir gehts ja vor allem um diese kleinen Module.
Mit denen lässt sich dann ein kleines µC Projekt besaften.
Aber genau da ist die Isolation wichtig um nicht gegrillt zu werden.
Die Meanwells sind ja eher groß.

Das 24V NT war ein Beifang (wädd für 5€?!?!).

Die Isolation des Trafos lässt sich ja durch zerstörerisches knacken und abwickeln bestimmen.

Was durchaus Lobenswert ist: beide haben eine Einschaltstombegrenzung per Heißleiter.
So manch ein Meanwell hat mir mit seinen 70A Einschaltstrom schon das eine oder andere Relais verklebt.

Aner eins haste vergessen:
EMV Schleuder oder nicht? :mrgreen:

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Bastelbruder » Fr 24. Apr 2020, 14:28

Ich befürchte daß diese Wandler sogar sehr gut sind, es sind ziemlich alle gegen EMV-Unbill bewährten Bauteile drin. Die Eingangsdrossel, welche beim GAU ein kontrolliertes Abschalten der unter der Drossel verlaufenden Leiterbahn-Schmelz-sicherung zumindest verzögern könnte, ist sogar mit einer Funkenstrecke versehen. Die Isolation des Trafos ist ziemlich sicher durch doppelt isolierten Draht gewährleistet. Nicht so wie die E-Stuhl-Händilader "für NOKIA" von vor 15 Jahren.
Mit welcher Schaltfrequenz sind die Dinger unterwegs oder - wie heißt der Chip?

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Fritzler » Fr 24. Apr 2020, 14:51

Das 24V NT hat einen CR6842.
http://www.agspecinfo.com/pdfs/C/CR6842T.PDF
Mit dem RI von 24k sind das dann 72kHz.

Das 5V NT hat einen AP8012.
https://www.electrodragon.com/w/images/2/2e/AP8012.pdf
Es hat 60kHz.

Das 5V NT is für mih wegen seinen nur 70% Wirkungrad aber eher unten durch.
Der internet FET des Regler IC hat eben mal direkt 30Ohm, das macht sich direkt negativ bemerkbar.

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von 8051fan » So 7. Jun 2020, 22:14

Da ich auch beruflich schon mal Schaltnetzteile baue, hab ich mir auch schon solche AC/DC-Wandler in Fernost besorgt und mal analysiert.
Bei meinen war so gut wie kein Isolationsabstand zwischen Netz und Ausgang vorhanden, ca. 0.3mm zwischen den Leiterbahnen ist viiiel u wenig.

Im Gegensatz dazu hat Deins ja richtig viel Abstand.

Den Schock hatte ich, als ich den Trafo zerlegt hab. Da lag zwar eine Lage Folie zwischen Primär- und Sekundärseite.
Diese Folie war so hauchdünn, die ist fast bei Abziehen zerfallen. Dagegen ist Tesa Hochspannungsisolation !
Die Folie hätte man auch weglassen können, denn es gab genau keinen Überstand, d.h. an den Rändern der Folie lagen die Wicklungen fast aufeinander.
Das bisschen fragwürdige Isolation vom Kupferlack hält die Netzspannung vielleicht so grade noch aus. Gelegentliche Überspannungen im Netz aber mit Sicherheit nicht.

Netzteile, die berührbare Ausgangsspannungen liefern, müssen 4kV Impulsspannungen aushalten, bei ÜK III sogar 6kV.
Meine China-Böller sind bereits bei Bruchteilen davon durchgeschlagen.

Abgesehen davon, ein Netzteil, das mit 5V/2A spezifiziert war, hat im Leerlauf 5,2V geliefert.
Unter Belastung ist die Spannung angestiegen (!!) bis zu 8V bei 0.5A.
Danach ist die Spannung stark eingebrochen. Mehr als 0.8A konnte ich da nicht rausholen.

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von 8051fan » So 7. Jun 2020, 22:23

Bastelbruder hat geschrieben:
Fr 24. Apr 2020, 14:28
ist sogar mit einer Funkenstrecke versehen.
Ich hab mich schon immer gefragt, wozu diese Funkenstrecke dient.
Die Drossel soll doch gerade EMV- und Überspannungsimpulse fernhalten.
Die Funkenstrecke schützt zwar die Isolation der Drossel, würde dann aber doch beim Überschlag die Impulse ungehindert
bis zum Schalttransistor und zum Trafo führen?
Solche Impulse werden vom minimalen Eingangselko mit fraglichem ESR kaum geschluckt?

Da würde ich doch lieber den Überschlag innerhalb der Drossel riskieren,
in der Hoffnung die restliche Elektronik etwas länger zu schützen?

Eine Funkenstrecke, die zwischen L und N hängt, würde zumindest die Spannung begrenzen
und die Sicherung auslösen. Allerdings ist in jedem Fall nach dem Ansprechen die Isolation geschädigt.
Für solche Jobs gibt es eigentlich Varistoren und Gasfunkenstrecken.

Solche Funkenstrecken auf der Leiterbahn ordne ich in die Kategorie ein : "hab's wo anders gesehen, leider nicht verstanden, sieht aber cool aus, und schaden kann es nicht"

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Bastelbruder » So 7. Jun 2020, 22:40

Es gibt Effekte die zur magnetischen Vollaufladung der Entstör(speicher)drosseln führen und beim Abschalten Schwierigkeiten bereiten könnten. Ich möchte nicht ausschließen daß sich ein Regler beim Rein- und Rauszittern an der Steckdose oder bei anderen Schaltvorgängen verschluckt und Blödsinn macht. Und wenn der dann bloß die Y-Kondensatoren prüft.
Auch im Fall eines GAU (Endstufe durchlegiert, Drossel vollgeladen, Sicherung versucht auszulösen) ist es nicht schädlich, solche Spannungen abzubauen bevor sie vielleicht auf die Sekundärseite durchschlagen.

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Fritzler » Mo 8. Jun 2020, 18:02

Den Trafo will ich jetzt eigentlich nicht zerlegen, aber beim reingucken von der Seite sah das eigentlich garnicht mal so übel aus.
Aber bei einem Netzteil mit ordentlicher Filterung wird man da jetzt nicht gespart haben?

Eine Öffnung des Kerns ist ja leider final zerstörerisch.
Die "Aufkochmethode" dürfte die Isolierung dann wiederrum nicht mögen.

Ich hab ja noch mehr ACDC Module bestellt, auch 5V 600mA für 70ct.
Selbst mit einem "angst" Traco 5V/5V 3kV ISO DCDC dahinter ist das billiger als ein ordentliches Netzteil mit 5V/600mA :lol:

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Bastelbruder » Mo 8. Jun 2020, 18:33

Bei den Tracos muß man aber auch aufpassen. Die beworbene Spannung ist die maximal eine Minute anzulegende Prüfspannung!

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von Fritzler » Mo 8. Jun 2020, 18:38

Also passt es doch?
Wenn das Stromnetz dauerhaft 3kV hat, dann hat man ganz andere Probleme.

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von 8051fan » Mo 8. Jun 2020, 22:02

Es reicht, wenn das Teil bei einem einzelnen 1kV Transienten durchschlägt.
Die sind gar nicht soo selten im Netz.

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von CH-Bastler » Di 9. Jun 2020, 14:29

Es gibt von Meanwell ja auch noch Printmodule für den Fall es kompackt sein muss. z.B. https://www.reichelt.de/ac-dc-wandler-8 ... ol_8&nbc=1
Klar ist nicht gerade billig aber bei so Sicherheitsrelevanten Dingen spare ich nur ungern.

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Re: Chinesische ACDC Module

Beitrag von duese » Mi 12. Aug 2020, 08:26

8051fan hat geschrieben:
So 7. Jun 2020, 22:14
Abgesehen davon, ein Netzteil, das mit 5V/2A spezifiziert war, hat im Leerlauf 5,2V geliefert.
Unter Belastung ist die Spannung angestiegen (!!) bis zu 8V bei 0.5A.
Danach ist die Spannung stark eingebrochen. Mehr als 0.8A konnte ich da nicht rausholen.
Die ansteigende Spannung könnte auch ein Feature sein zur Kompensation vom Widerstand der Kupferfusseln oder verkupferten Stahllitzen.

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