MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Der chaotische Hauptfaden

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IPv6
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MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » So 2. Jan 2022, 13:34

Es ist wiedermal ein neues Projekt eingetroffen. Wir möchten hier ein wenig die Reparatur dokumentieren, ein paar Fragen loswerden und generell ein paar Infos zu diesen Hazern teilen. Auch wenn das Ding sozusagen Industriestandard ist, finden sich im Netz keine Bilder und Details vom Innenleben.
Wir hatten schon eine Hand voll älterer Hazer von MDG auf der Werkbank, dieses Mal ist es ein etwas neueres Modell von 2010 geworden, in der Touringvariante, Modell mit zwei Verdampfern, sorgt für doppelt so viel Nebel.
Allgemeine Infos hatten wir schonmal in diesem Thread gepostet: Lichtstrahlen bei TV-Shows

Vorgeschichte:
Alle Schaltjahre taucht ein MDG Hazer in den Kleinanzeigen auf, dieses Mal sogar gar nicht mal so weit weg. Gerät präsentierte sich auf den Bildern in einem annehmbaren Zustand, also hingefahren. Vor Ort wirkte das auch alles ganz schön, stutzig machte uns irgendwann, dass die Gehäuseschrauben definitiv nicht original waren. Der freundliche Verkäufer hatte nichts dagegen, das Gerät zu öffnen um einen Blick ins Innere zu werfen. Dort herrschte folgender Zustand:
Chaos.jpeg
Tja, erstmal lange Gesichter. Teile fehlen, alles zerrupft, Zustand ungewiss, irgendwer hatte sich da schonmal ausgetobt, scheint aber zu keinem guten Ende gekommen zu sein. Vorbei war es mit der Einigkeit über den Preis, zu groß das Risiko für uns. Ersatzteile für MDG sind für Privatpersonen nicht einfach zu beziehen und schweineteuer. Also wieder heimgefahren mit dem Verkäufer abgemacht, dass er das Gerät neu inseriert und schaut, ob er noch ein paar Taler mehr als von uns bekommt. Er versprach sich zu melden, falls er keinen Käufer findet, dann können wir das Ding für unser Gebot abholen. Und so kam es dann auch ein paar Wochen später.

Bestandsaufnahme:
Maschine im Inneren zu einem guten Teil zerlegt. Fehlteile (Kupferrohrverbindungsleitungen, Kleinteile, Schrauben, Isolation,…) können möglicherweise über andere Quellen als von MDG beschafft werden. Auch diese Maschine ist vermutlich an einer Falschbetankung gestorben. MDG arbeitet mit einem Mineralöl als Nebelfluid. Herkömmliches Fluid auf Glykolbasis macht die höhere Verdampfungstemperatur nicht mit, vergubbelt den Tank und verstopft das System. Funktionsfähigkeit der Steuerungelektronik ist nicht klar, testen in aktuellem Zustand nicht möglich. Die Steuerung ist komplett analog, ein Haufen LM324 drauf, mehr Intelligenz gibt es nicht. Zur Ansteuerung einer einzigen Heizpatrone werden drei Relais und ein Triac verwendet, ein Relais im N-Zweig, zwei Relais im L-Zweig und der Triac parallel zu einem der Relais im L-Zweig. Sieht so aus, als könnten die Relais dank dem Triac lastfrei schalten. Die vielen Relais sind offensichtlich eine Sicherheitsmaßnahme. Jeder Heizblock hat zwei Typ K Thermoelemente und sonst keine weitere Übertemperatursicherung.
Elektronik.jpg
Also, erstmal die Maschine komplett zerlegen und putzen, ein chinesischem Ultraschallbad, Aceton und viele Tücher helfen dabei. Das Ding muss ein Arbeitstier gewesen sein, innen ordentlich ölig und doch deutliche Gebrauchsspuren.
Gehäuse.jpg
Gehäuse front innen.jpg
Teile in Ultraschall.jpg
Kleinteile in Tüten.jpg
Einzelteile Verdampfer.jpg
Wie im anderen Thread erwähnt hatte die alten MDG Atmosphere (ca. 1995) ihr ganzes Fluidsystem bestehen auf Röhrchen, T-Stücken und Ventilen. Alles einzeln. Hier gibt es die größte Änderung bei der neuen Generation, wenn man mal von der Steuerungselektronik absieht. MDG hat das ganze Fluid-Gas-System in einem einzigen Aluminiumblock zusammengefasst, der direkt am Tank angeschraubt ist.
Ventilblock vollständig.jpg
Der Block umfasst das Magnetventil für CO2, das Gasdrosselventil, Gasabgang zum Tank unter Druck setzen, Überdruckventil (hatte die alte Generation überhaupt nicht), das Fluidventil, den Mikrodüsenblock zum Fluid drosseln und die Mischfunktion für Gas und Fluid. Wirklich schön gemacht! Und alles zerlegbar.
Ventilblock nackt.jpg
Der Tank besteht aus einem Stück Aluminiumrohr, einer Boden- und einer Deckelplatte. Schön massives Metall, aus dem Vollen gefräst. Deckel und Boden per O-Ring gedichtet.
Tank ausgebaut.jpg
Alles ebenfalls problemlos in Einzelteile zu zerlegen. Wenn man dann per Schlauch das Fluid abgelassen hat:
Tank leeren.jpg
findet man auch die Ablassschraube im Boden :D
Ablassschraube.jpg
Außerdem findet sich im Tank ekliger Glibber:
Gubbel in Tank.jpg
Vermutlich entsteht der, wenn man ölbasiertes Fluid mit Glykol mischt. Am Boden ist das Aluminium stellenweise angefressen, das gefällt mir überhaupt nicht. Besonders die kleinen Krater in der Nut für den O-Ring. Sollte das per O-Ring nicht dicht werden muss da wohl irgendeine Dichtmasse aus dem KFZ Bereich nachhelfen. Ich wüsste mal gerne, was das Alu so angreift und wie man das in Zukunft möglichst verhindern kann?
Alu zerfressen.jpg

Soweit mal die Doku vom aktuellen Stand. Nun noch ein paar Fragen:

1) Zwei von vier Thermoelementen wurden aus ihren Messingröhrchen, mit denen die im Verdampfer sitzen, rausgerissen. Die Vergussmasse ist bröckelig und weiß. Da die Thermoelemente funktionsfähig sind würde ich die gerne wieder in die gesäuberten Messingröhre packen und vergießen. Nur mit was? Muss elektrisch gut isolieren, thermisch gut leiten und > 350 °C aushalten. Im Netz findet man keramische Vergussmasse wie Ceramacast 568, was es aber für Privatpersonen nicht zu geben scheint. Hat da jemand einen Tipp, was man sonst gut nehmen kann? Oder hat zufällig jemand ein Fläschchen davon rumstehen und könnte ein paar ml abgeben?

2) Es wollen einige O-Ringe erneuert werden. Reicht da NBR oder sollte es schon Viton/FKM sein?

3) Es fehlen die Kupferrohre von den Verdampfern zum T-Stück an der Fluideinheit. Das T-Stück hat M8 Feingewinde, die Verdampfer haben M8 Normalgewinde. Das Kupferrohr müsste einen Durchmesser von ca. 3,3 mm haben. Sind das gängige Maße für Klemmringverschraubungen oder Spezialteile? Auf die Schnelle konnte ich im Netz nur Klemmringverschraubungen für 4 mm Rohr finden, das wäre dann M8 Normalgewinde wenn ich es richtig gesehen habe.

4) Die Verdampferblöcke sind normal in Keramikwolle eingewickelt. Vorne und hinten sitzt normal eine ca. 1,5 cm dicke Platte aus irgendeinem hitzebeständigen Material. Sah bei den alten Maschinen irgendwie so aus als könnte es Asbest enthalten, so ein bisschen faseriges Keramikzeugs:
verdampfer_zusammen-min.jpg
verdampfer_zusammen-min.jpg (6.76 KiB) 1695 mal betrachtet
Diese Platten fehlen jedenfalls bei der Maschine. Was könnte das für ein Material sein? Wenn wir da Plattenmaterial hätten wäre es sicher kein Problem, das zuzuschneiden und ein paar Löcher an den richtigen Stellen reinzumachen - Asbestfreiheit vorausgesetzt...

5) Hat jemand Zugriff auf eine ähnliche MDG Atmopshere und könnte mal nachsehen, was da original für 12 V Lüfter vorne verbaut sind? Bei uns sind zwei unterschiedliche drin, die sicher nicht original sind. Außerdem fehlt bei uns die Fernbedienung. Deren Innenleben muss noch etwas mehr enthalten als nur ein paar LEDs und Schalter. Gebraucht sind die kaum zu finden und neu ein wirtschaftlicher Totalschaden, daher würde ich die gerne klonen. Hierzu wären ein paar Bilder im Innenleben sehr hilfreich. Der Plan wäre sonst bei der örtlichen Veranstaltungstechnikbude mal zu fragen ob man die MDG Fernbedienung mal zwei Stunden ausleihen könnte :D

Bei Fragen, Unklarheiten oder Wünschen nach mehr Detailbilder einfach melden!

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von Konsole » So 2. Jan 2022, 14:56

Keine Antwort, ist mir aber zum Thema "reingebrannte Glykolreste" eingefallen: Das Problem gibts bei Solaranlagen auch, und dafür bietet die Industrie spezielle Reiniger zum Durchpumpen an. Leider keine Ahnung, was da drin ist. Läuft unter "Solar Clean" oder so ähnlich.

Hitzefeste Schmiere kann man sich aus einer Mischung aus Talkum und Natronwasserglas herstellen. Ist nach der ersten Erhitzung auch mechanisch recht beständig.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von gafu » So 2. Jan 2022, 15:28

IPv6 hat geschrieben:
So 2. Jan 2022, 13:34
Das Kupferrohr müsste einen Durchmesser von ca. 3,3 mm haben.
könnte 1/8 rohr sein. Gibts für Laborgeräte. https://www.analytics-shop.com/de/aak198004-01-de.html
IPv6 hat geschrieben:
So 2. Jan 2022, 13:34
4) Die Verdampferblöcke sind normal in Keramikwolle eingewickelt. Vorne und hinten sitzt normal eine ca. 1,5 cm dicke Platte aus irgendeinem hitzebeständigen Material. Sah bei den alten Maschinen irgendwie so aus als könnte es Asbest enthalten, so ein bisschen faseriges Keramikzeugs:
Könnte man mit Silcawool ersetzen, wird als Ofendämmung hergestellt.
Kleinmengen gibts in shops für 3d-drucker
https://shop.bohrers.de/heizbettisolier ... -rest.html

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » So 2. Jan 2022, 16:02

Hm, das 1/8" Rohr hatte ich auch schon gesehen, da siehts dann aber eher nicht gut aus mit Klemmringverschraubungen mit metrischen Gewinden.
Es wäre problemlos möglich, an der Stelle 4 mm Rohr zu nehmen, aber dann braucht es immernoch Überwurfmuttern Feingewinde und Normalgewinde.
Die Klemmringe scheinen auch unterschiedlich zu sein, wenn man sich das mal anschaut:
https://lichtboxx.com/mdg-anschlussrohr ... -heizblock

Bei dem Preis wird dann auch klar, wieso ich nach Alternativen suche...

Die Dämmwolle ist kein Thema, dafür gibts Keramikwolle, einfach zu beschaffen.
Was mit fehlt sind diese Platten aus festem Material.
Sieht man auf dem Bild bei der Frage, dieses graue Material an der Verdampferrückseite.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von Till » So 2. Jan 2022, 22:41

Also als thermisch stabile, ungiftige und einfach zu verarbeitende Platte fielen mir diese gepressten vermiculite Platten ein.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » So 2. Jan 2022, 23:55

Vermiculiteplatte liest sich auf den ersten Blick sehr gut, danke für den Tipp!
Werde ich mir morgen genauer anschauen, erfüllt vermutlich alle Anforderungen.

manuel
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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von manuel » Mo 3. Jan 2022, 11:59

Wegen den Kupfer Leitungen, vielleicht passt was aus dem Bremsleitungssortiment. Eine Hydraulikbude sollte aber auf jeden Fall was passendes haben.

thinkpad
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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von thinkpad » Mo 3. Jan 2022, 14:08

Glückwunsch zur MDG

Das Beste und sonst nichts 8-)
Leider unbezahlbar.

Citrus Entkalker und Essig Essenz hat bei meiner Smoke Factory Data 2 geholfen, Thermoblock vorher aufheizen.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von traeu » Mo 3. Jan 2022, 15:15

Das Schöne an den MDG-Maschinen ist ja (unter anderem), dass die Verdampfer sich vollständig zerlegen lassen und man die Einzelteile recht einfach reinigen kann.
Eine Verdampferverstopfung ist somit quasi immer reversibel.
Oben sieht man die beiden Verdampfer zerlegt im Ultraschallbad. Kommt sehr sauber wieder raus. Dann noch eine kurze Behandlung mit der Turboakkuzahnbürste und fertig!
IMG_20220102_174631.jpg
Inzwischen sind auch alle Einzelteile gereinigt, jetzt geht es los mit der Ersatzteilsucherei...

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » Di 4. Jan 2022, 10:06

Neuer Zwischenstand: Gestern war ein teurer Abend.

Es wurde beschafft:
- Wasserglas und Talkum zur Herstellung einer Vergussmasse
- Thermoelement zum testweise vergießen und für Erwärmungsversuche
- Keramikwolle und Vermiculiteplatte zum Verdampfer dämmen
- Klemmringverschraubungen und Kupferrohr samt Rohrschneider. Damit müsste sich die gesamte Verrohrung vom Ventilblock aus neu machen lassen
- Gehäuseschrauben
- O-Ringe in einigen Varianten, ist NBR geworden, müsste beständig genug sein
- Eine gebrauchte Fernbedienung hat sich im nahen Ausland auftreiben lassen

Interessant war, dass an den Verdampfern eine Klemmringverschraubung eingesetzt ist, deren Überwurfmutter ein M8x1,5 Gewinde hat. Das findet sich absolut nirgendwo. So muss die komplette Verschraubung getauscht werden, die wiederum mit einem konischen 1/8" Gewinde im Verdampfer befestigt ist. Das ist immerhin problemlos zu bekommen. Das neue Kupferrohr hat dann außen 4 mm und innen 2 mm, was genau original verbaut war weiß ich nicht. Möglich, dass es 3,175 (1/8") hatte. Die 1/8" Kupferrohre, die man als Laborzubehör im Netz findet, haben auch einen Innendurchmesser von 2 mm. Also problemlos, was eventuelle Auswirkung der Leitungsdimension auf Transport des Öl/Gasgemisch angeht.

Sonst ist der Tank wieder zusammengebaut und alle Teile sind geputzt. Das Blechgehäuse hat eine Schicht Klarlack bekommen, um das blanke Metall an verkratzten Stellen ein wenig zu schützen. Neu farbig lackieren ist nicht so einfach, da dann die Beschriftungen fehlen, das sieht nicht gut aus.

Jetzt also erstmal auf Teile warten und dann ein paar Wasserglasklebeversuche machen.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von Bastelbruder » Di 4. Jan 2022, 11:55

Wichtig beim Wasserglaskleben ist anschließend langsames Ausheizen. Also erstmal einen Tag bloß 80°C, damit sich das restliche Wasser verflüchtigen kann.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von Konsole » Di 4. Jan 2022, 12:09

Der Kolleche möchte ja Hülsen damit füllen, da würde ich eh mindestens einige Tage warten, bevor ich irgendwas damit mache. Das Zeug härtet ja von der der Luft ausgesetzten Seite weg durch, da würde ich mit der Schichtdicke stark steigende Härtezeiten erwarten.
Meine Experimente waren mit dünnen Schichten mit viel Oberfläche.

Nächste Woche hab ich wieder Zugriff auf das Buch, dann poste ich mal das Originalrezept zu diesem Wunderkitt.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von tschäikäi » Di 4. Jan 2022, 12:15

Moin, Glykol ist gut wasserlöslich, wenns noch schneller gehen soll: nen Tropfen Spüli dazu.
Ich mach jede Woche meine Dampfe sauber, man braucht sonst nix.
Gruß Julian

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von traeu » Di 4. Jan 2022, 16:38

IPv6 hat geschrieben:
Di 4. Jan 2022, 10:06
- Eine gebrauchte Fernbedienung hat sich im nahen Ausland auftreiben lassen
Da gab es leider einen Inventar-Fehler, sie ist nicht mehr vorhanden :(
Wenn also jemand Bilder vom Innenleben einer MDG-Remote hat oder besorgen kann, wären wir sehr dankbar!

Ansonsten werden wir bei den örtlichen Verleihern anfragen und mal sehen, ob sich an der 5-poligen XLR-Buchse messen lässt, wie die Fernbedienung funktioniert.
Neben Spannungsversorgung und Masse sind nur drei Pins übrig, von denen wir vermuten, dass jeweils einer für die LEDs "Ready" und "Heat" zuständig ist, und der dritte irgendwie die Zustände der Knöpfe "On" und "Fog" abbildet. Dazu würde die Platinenbeschriftung R (Ready), H (Heat) und C (Control?) passen. Analog muss es auf jeden Fall sein, auf der Hauptplatine ist nichts, was ein digitales Steuersignal verarbeiten könnte.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von traeu » Mi 12. Jan 2022, 03:12

Heute ging es langsam wieder in Richtung einer vollständigen und zusammengebauten Maschine.
Alle bestellten Ersatzteile sind zwischenzeitlich eingetroffen.

Der "Hauptverteilerblock", der sich um Gas- und Fluidverteilung kümmert, ist wieder zusammengebaut und hat neue Dichtungsringe bekommen. Leider sind ein paar Dichtungen in einem sehr krummen Maß, sodass wir trotz breiter Auswahl nichts Passendes gefunden haben. Deshalb sind an manchen Stellen wieder die originalen Ringe verbaut, zum Glück sehen die auf den ersten Blick noch gut und unbeschädigt aus.

Erste Klebeversuche mit Kaliwasserglas und Talkum sind auch gestartet. Wir haben als Mischungen einmal 1:1:0 (Wasserglas:Talkum:Wasser) probiert, dann noch etwas mit Wasser verdünnt (ca. 1:1:0,3) und dann nochmal etwas Talkum dazu (ca. 1:1,3:0,3). Hoffentlich lagen wir damit nicht total daneben, man findet leider keine guten Beschreibungen, wie sich das Mischungsverhältnis auf das Ergebnis auswirkt. Wir werden es mal ein paar Tage schonend auf der Zentralheizung härten lassen und dann ausprobieren, wie stabil das ist und wie groß die Unterschiede zwischen den Mischungen sind.

Als Nächstes werden die Verdampfer wieder eingepackt, montiert und angeschlossen. Dann gibt es auch wieder ein paar Bilder!

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von Konsole » Do 13. Jan 2022, 00:26

Oh stimmt, da war noch was...

In den wunderbaren Werk von Dr. O. Nothdurft, "Chemisches Experimentierbuch", findet sich auf S. 158 leider nur der Satz:
"Ein Brei aus dem billigen Talkum und Wasserglas erhärtet gleichfalls zu hitzefester Masse, wovon du sehr häufig Gebrauch machen kannst. Mit derselben Masse kannst Du auch Haken in unzuverlässigen Wänden befestigen[...]".
Leider keine Details, da muß ich was verwechselt haben. Nur, daß man auch aus Asbest und Asbestpappe, wenn sie mit Wasserglaslösung 1:1 gut durchfeuchtet sind, hitzebeständige Formstücke herstellen kann :shock:
Naja, 1946...

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von traeu » Do 13. Jan 2022, 00:49

Heute haben wir die Vermiculite-Platten für die Verdampfer vorbereitet: Sägen und bohren lässt sich das Zeug super, staubt aber wirklich stark.
Die Platten haben jetzt Löcher für die Düse vorne am Verdampfer und die Fluidzuleitung hinten, außerdem Löcher um die Kabel von den Heiz- und Thermoelementen durchzuführen.
IMG_20220112_203316.jpg
IMG_20220112_203343.jpg
IMG_20220112_214739.jpg
Die selbstgemischte Vergussmasse ist über Nacht äußerlich schon recht hart geworden, das könnte für unseren Anwendungszweck gut funktionieren. Es ist ja keiner großen Belastung ausgesetzt, solange die Thermoelemente ein wenig in ihren Hülsen festsitzen, ist alles wunderbar. Um das Härten zu beschleunigen haben wir die beiden neu vergossenen Thermoelemente zusammen mit einer Heizpatrone, deren bröselndes Ende auch mit Wasserglas-Pampe geflickt wurde, in die Keramikwolle gesteckt und mit ein wenig Spannung versorgt, sodass ca. 6 W Abwärme anfällt. (Edith sagt, bei 6 W wird das Ganze schon 180 °C warm...mal sehen ob 2 W auch reichen)
IMG_20220112_214620.jpg
IMG_20220112_214559.jpg
So kann das Ganze mal noch ein zwei Tage aushärten.
Dann sollten Heiz- und Thermoelemente hoffentlich trocken genug für den Einbau sein. Dann noch die Verdampfer in Keramikwolle einwickeln, dann sollte die gesamte Verdampfereinheit auch schon wieder einsatzbereit sein und kann wieder an den Verteilerblock angeschlossen werden. Neue Kupferrohre sind auch schon da, auf den ersten Blick könnte das auch alles gut zusammenpassen.

Wir haben außerdem noch ein kleines Experiment gestartet und einen Vermiculite-Rest mit Wasserglas bestrichen, um zu sehen, ob es dadurch beständiger wird. Das Zeug bröselt schon recht schnell und stark, vielleicht haben wir Glück und die Heizelement-Deckel lassen sich so etwas robuster machen.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von traeu » Sa 15. Jan 2022, 04:52

Verdampfer-Wiederaufbau, Vorbereitungen Teil 2:
Langsam fügt sich das Puzzle wieder zusammen.

Das mit Wasserglas-Talkum-Mischung geklebte Heizelement und die Thermoelemente sind gut geworden, das Zeug klebt super und macht einen stabilen Eindruck. Leichte mechanische Nachbearbeitung war noch notwendig, dann sieht es so aus (zum Vergleich rechts daneben ein unbearbeitetes Heizelement & unbearbeitete Thermoelemente):
IMG_20220115_021729.jpg
Dann ist uns heute aufgefallen, dass wir blöderweise zu Unrecht völlig selbstverständlich angenommen haben, dass die Löcher in den Vermiculit-Platten in die Mitte gehören. Nach ersten Zweifeln dann drangehalten... verdammt. Wieso hat MDG das nicht einfach perfekt mittig gemacht?! :D
2022-01-14_001.jpg
Zum Glück lässt sich das Material mit dem Cuttermesser und etwas Geduld schneiden, anschließend half wieder eine Wasserglas-Talkum-Mischung (wirklich cooles Zeug!) beim neu zusammenfügen. Sieht jetzt nicht mehr ganz so hübsch aus, dafür sind die Löcher für die Heizelemente nun auf der richtigen Höhe.
IMG_20220115_021938.jpg
Inzwischen sind die Platten auch mit Wasserglas bestrichen, das macht sie um einiges abriebfester und die Kanten bröseln nicht so schnell.

Der Anschluss der Heizblöcke ist auch vorbereitet. Da das original verbaute Kupferrohr schwer zu bekommen ist (und die passenden Klemmringverschraubungen überhaupt nicht), verwenden wir ein 4mm Rohr mit gleichem Innendurchmesser wie das originale und machen den kompletten Leitungsweg zwischen dem Verteilerblock und den Verdampferblöcken, inkl. T-Stück, neu.
Da die ursprünglichen Verbindungsstücke zwischen Verdampferblock und Kupferrohr innen nur einen recht kleinen Durchlass haben und die von uns besorgen Ersatzteile innen viel breiter sind, und wir nicht wissen, ob das für die Funktion relevant ist, haben wir entschieden, dass die Ersatzteile innen auch eine Verjüngung bekommen. Also passende Einsätze aus Messing auf der Drehbank gefertigt und in die Verbindungsstücke reingedrückt. Alt vs. neu unbearbeitet vs. neu bearbeitet (von links nach rechts) sieht dann so aus:
IMG_20220115_022118.jpg
Der grob zurechtgebogene neue Leitungsweg:
IMG_20220114_182810.jpg
Abschließend noch ein paar Bilder vom aktuellen, gereinigten Zustand der Maschine. Trotz des deutlich gebrauchten Zustands hat die viele Putzarbeit Wirkung gezeigt, kann sich innen auf jeden Fall wieder sehen lassen:
IMG_20220114_174151.jpg
IMG_20220114_174259.jpg
Hier sieht man gut die Verbindungsstücke an den Verdampfern, zu denen sich keine passenden Klemmringverschraubungen finden lassen. Die Verdampfer liegen testweise an ihrer ungefähren finalen Position in ihren Blechkisten, damit das Kupferrohr passend gebogen werden kann:
IMG_20220114_174200.jpg
IMG_20220114_174209.jpg
Der Verteilerblock. Rechts die CO2-Zufuhr, darüber, unter einer eingeschraubten Abdeckung das CO2-Mengenventil (bestimmt, wie viel CO2 dem Fluid beigemischt wird). Unten rechts das CO2-Ventil (setzt den Tank unter Druck und lässt CO2 in die Verdampfer strömen, wird beim Nebeln und beim Reinigungsvorgang geöffnet), unten links das Fluidventil (lässt Fluid über den darüber liegenden Mikrodüsenblock in die Verdampfer fließen, nur beim Nebeln geöffnet), dazwischen das Überdruckventil. Die Fluidzufuhr und die CO2-Tankversorgung zum unter Druck setzen geht von hinten direkt durch Bohrungen in der Tankdeckelplatte zum Tank. Der Abgang für das Fluid-Gas-Gemisch zu den Verdampfern ist links am Verteilerblock.
IMG_20220114_174235.jpg
Deckel der Verdampfergehäuse, Düsenschutz und Lüfterhalter sind auch wieder sauber und bereit für den Einbau:
IMG_20220114_174934.jpg
Den Tankdeckel haben wir auch etwas aufpoliert und mit Zaponlack lackiert, damit er wieder eine Weile schön glänzt:
IMG_20220115_022318.jpg

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » Do 20. Jan 2022, 18:16

Neues von der Nebelfront, heute mit Elektronik!

Wie ja im Eingangspost erwähnt, fehlt uns die Fernbedienung für die Maschine. Diese kostet ein paar hundert Euro neu, ist gebraucht nirgendwo zu finden und zwingend für den Betrieb notwendig.
Hier jedenfalls der wesentliche Teil des Fernbedienungsschaltplans (optional können noch Bauteile für einen Timer für Intervallbetrieb bestückt werden, hier unnötig, daher bis auf IC2A und R13 weggelassen):
Schaltplan_Remote.PNG
Mein E-Technik Studium ist noch nicht lange her, da wurden solche Aufgaben einfach mit einem µC erschlagen.
Klassische Schaltungstechnik ist daher nicht meine Paradedisziplin, nach ein wenig grübeln ist die Funktion aber klar.

Auf die Platine kommen 5 Signale von der Nebelmaschine: GND, 12 V, Heat, Ready, Control.
GND und 12 V sind selbsterklärend. Heat steuert einfach nur eine LED, sogar der Vorwiderstand ist außerhalb der Fernbedienung untergebracht.
Bei Ready kommen 12 V raus, wenn die Maschine aufgeheizt ist. Das steuert die Ready-LED an und gibt die Nebelfunktion frei.

Die beiden Taster zur Bedienung der Maschine (On/Off und Fog) werden von einem NE556 eingelesen, der nur als Schmitt-Trigger arbeitet.
Die FlipFlops hintendran ändern bei jedem Tastendruck ihren Ausgangszustand. Die LEDs direkt an den FlipFlop Ausgängen zeigen quasi den Schalterzustand an.
Die Resets der FlipFlops sind so verschaltet, dass beim Ausschalten der Maschine auch die Nebelfunktion automatisch deaktiviert wird.
Außerdem sorgt eine RC Schaltung (R15&C2) dafür, dass das FlipFlop bei Herstellung der Spannungsversorgung im Aus-Zustand startet.

Ist die Maschine einfach nur Ein und soll aber nicht nebeln, liegen am Control-Ausgang 12 V über einen 4k7 Widerstand an.
Zusammen mit einem Widerstand in der Maschine gibt das wohl einen Spannungsteiler und ein Signal kleiner 12 V am Control-Pin.

Der Ausgang vom Fog-FlipFlop wird durch 100k gespeist und dann von einem Komparator verarbeitet. Ist dieser Ausgang High, so gibt der Komparator 12 V aus und zieht den Control-Pin über eine Diode (D5) "hart" auf 12 V (ohne 4k7 dazwischen).
Außer aber, dass Ready-Signal steht nicht an (ist als 0 V), dann wird der FlipFlop Ausgang mit den 100k in Serie wiederum von einer Diode (D10) auf 0 V gezogen.
Solange das Ready-Signal also nicht anliegt kommt das Fog-Signal nicht durch und der Control-Ausgang bleibt auf "kleinem Pegel" (12 V mit 4k7 in Serie).

So, da ich nun gerne eine Möglichkeit hätte, die Maschine zu steuern, habe ich mir folgende Schaltungen ausgedacht, die vielleicht nicht ganz so robust sind, dafür aber mit wesentlich weniger Bauteilen auskommen.

Sehr einfache Schaltung mit zwei Kippschaltern ohne Berücksichtigung des Ready-Signals. Hier sorgen zwei Kippschalter für die passenden Signalpegel, R2 verhindert einen in der Luft hängen Control-Pin:
Ersatz_mechanisch_simpel.PNG
Ähnliche Schaltung unter berücksichtigung des Ready-Signals. Erst über das Ready-Signal wird der Kippschalter für Nebel mit Spannung versorgt:
Ersatz_mechanisch_mit-ready.PNG
Und zu guter letzt noch eine Möglichkeit, wie man das Ganze mit einem Siliziumhirn ansteuern könnte. Die Verarbeitung des Ready-Signals muss dann in Software erfolgen:
Ansteuerung_Controller.PNG
Was meint ihr?
Funktioniert? Übersehe ich was?

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von MichelH » Do 20. Jan 2022, 18:31

Hat die Maschine schon DMX? Wenn nicht würde ich das mit nem ardiuno nachrüsten und dem das bespielen des fernbedienugseingangs übernehmen lassen

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » Do 20. Jan 2022, 18:39

DMX wird bei den Maschinen über ein Modul umgesetzt, was anstelle der Fernbedienung kommt und genau das macht, was du vorschlägst.

Für solche Späße ist ja der letzte Schaltungsentwurf gedacht, Ideen gibts da genug, auch mit per DMX einstellbarem CO2 Druck (und somit Nebelmenge) über ein Proportionalventil.
Einfach den Arduino den Control-Eingang bespielen lassen geht so ganz ohne Zusatzbbauteile eben auch nicht.

Aber erstmal geht es darum, das Viech wieder zusammenzubauen und es zum laufen zu bringen. Bevor das nicht gegeben ist denke ich auch nicht über DMX nachrüsten nach. Daher erstmal die einfachen Testvarianten mit Kippschaltern, das ist Zeugs, was ich auf Lager habe.
Dazu wäre es gut, wenn jemand meine Gedanken zu den Schaltungen nachvollziehen und mir sagen möchte, ob das alles plausibel ist.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » Do 20. Jan 2022, 23:30

Sorry für den Doppelpost, noch eine Ergänzung:
Steuerungselektronik funktioniert (zusammen mit einer geliehenen originalen Fernbedienung).
Regelung macht was sie soll, Relais schalten und die Fehlererkennung der Thermoelemente klappt auch - die Maschine geht auf Störung sobald ein Thermoelement unterbrochen ist.
ausheizen.jpg
Die Heizelemente werden nun von der Regelung auf grob 340 °C gehalten, sodass die Montagepaste, mit denen die Heizpatronen und Fühler eingesetzt wurden, ihre öligen Bestandteile in Gestank und Rauch verwandeln kann.

Wenn das dann ausgeheizt ist können die Verdampfer in ihre Gehäuse einziehen und die Maschine ist fast komplett.
Fehlt dann nur noch etwas Kupferrohrkunst im Inneren, dann zeigt sich, ob alles so tut wie geplant.

Noch ein Detail zum Control-Pin der Fernbedienung:
In der Maschine selbst ist der Control-Pin über 1k mit GND verbunden.
Im Nur-An Zustand (ohne Nebel aktiv) wird ja der Control-Pin über 4k7 mit 12 V versorgt. Zu messen sind in dem Zustand dann ca. 2 V. Passt.
Wird zusätzlich die Nebelfunktion aktiviert sind ca. 10 V am Pin zu messen.
Erscheint mir auch plausibel, der LM324 gibt laut DaBla VCC - 1,5 V raus, macht 10,5 V. Dann bleiben noch 0,5 V an der Diode hängen und wir sind bei 10 V.
Also sind keine weiteren Geheimnisse in der Schaltung rund um den ominösen Control-Pin zu vermuten.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von video6 » Fr 21. Jan 2022, 00:19

Zur Fernbedienung.
Wenn du eine geliehene Fernbedienung hast speichere dir doch gleich die Signale davon ab.
Entweder mit einer guten lernbaren Fernbedienung oder als Tonsignal auf dem Computer das geblinkere der LED lasst sich super aufzeichnen wenn es eine normale Infrarot-Fernbedienung ist.
Das kann man später wieder abspielen und dann dort eine IR LED ranhängen.

Heutzutage lässt sich sicher sowas mit einem Adurino erschlagen aber mit den Dingern hab ich selber noch nichts gemacht.

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von IPv6 » Fr 21. Jan 2022, 11:20

"Fernbedienung" war in dem Fall wohl missverständlich.
Das ist keineswegs eine Infrarot- oder Funkfernbedienung, es ist ein Metallkästchen, was oben näher beschriebene Elektronik beinhaltet und womit sich die Maschine bedienen lässt.
Das Kästchen (=Fernbedienung) kann wahlweise direkt an der Rückseite angebracht oder mit einem 5-Pol XLR Kabel verlängert werden - daher wohl die Bezeichnung "Frenbedienung".

Hier nochmal die Fernbedienung rot eingekreist:
FB.png

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Re: MDG Atmosphere Reparatur / Fragen zu Alukorrosion, Vergussmasse, Klemmringverschraubung

Beitrag von video6 » Fr 21. Jan 2022, 16:53

Alles klar hatte das nur kurz überflogen da fiel mir das nicht wirklich auf ;)

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