HiFi beim basteln

Der chaotische Hauptfaden

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Gary
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HiFi beim basteln

Beitrag von Gary » Mo 18. Jan 2021, 00:06

Moin,

ich bilde mir gerade Musik ein, kann ohne Gold-Stecker klar kommen, aber einen gewissen Qualitätsstandard muss sein. Ich erster Linie soll mal nichts nerven, also keine Klangeffekte, zu starker Bass oder was kratzendes in den Ohren.

Der Verstärker -
was taugt heute, die Markennamen von früher findet man erst wenn man mehrere Hundert Euro investiert, erhält dann Leistungen die ich nicht mehr brauche.
2x20W - so in dem Bereich suche ich.
Was gibt es da an Class-D was man empfehlen kann ?
Gerne mit optischen Eingang, kein muss.
Was mach ich mit 20 Jahre alten Car-Audio Endstufen ? Soll ich die entsorgen, will die wer oder selbst vermasseln ?
Eigentlich wollte ich was mit Poti für laut/leise und verschiedene Quellen zum umschalten.

Die Quelle -
Da kommt dann wohl ein Tablet ran, habe ich schon, das Display ist auch nicht so mickrig wie bei den Internetradio's.
Oder ein Raspberry ? Von meinem Bruder hätte ich eine 20 Jahre alte damals teure Terratec Soundkarte, dazu ein Stromspar-PC ?

Lautsprecher-
Habe ich zwei von Denon, waren bei meiner Anlage fürs Wohnzimmer dabei. Da werkeln zwei MB-Quart. Die angebotenen ELAC sind aber auch interessant.

Ich weiß was ich nicht will, ihr werdet es schwer haben mit mir ;-)

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xanakind
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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von xanakind » Mo 18. Jan 2021, 00:13

Gary hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 00:06
hätte ich eine 20 Jahre alte damals teure Terratec Soundkarte,
Wenn es nur darum geht, in einer brauchbaren Qualität Internetradio zu hören, dann reichen die eingebauten Soundkarten absolut aus.
Auch der eingebaute DAC in den meisten Handys & Tablets sind für solche Sachen brauchbar.
Eine extra Soundkarte nur dafür, halte ich für übertrieben.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von xanakind » Mo 18. Jan 2021, 00:15

Gary hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 00:06
Habe ich zwei von Denon, waren bei meiner Anlage fürs Wohnzimmer dabei. Da werkeln zwei MB-Quart. Die angebotenen ELAC sind aber auch interessant.
Wenn die Denon Boxen soweiso über sind--> Nutze sie!
Alles andere was man da heute im Mediasaturn ansonsten kaufen kann, halte ich für Schrott.
Oder es kostet gleich hunderte Euros wenn es ordentlich klingen soll.

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xanakind
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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von xanakind » Mo 18. Jan 2021, 00:16

Gary hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 00:06
Was mach ich mit 20 Jahre alten Car-Audio Endstufen ? Soll ich die entsorgen, will die wer oder selbst vermasseln ?
Nutze die doch?
Einfach eine kleine Kiste mit Poti & Quellenumschalter zusammenlöten und an die Endstufe hängen.

IPv6
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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von IPv6 » Mo 18. Jan 2021, 00:29

Die beiden wichtigsten Faktoren was Klang angeht sind definitiv der Raum und die Lautsprecher.
Dann kommt, nach viel Abstand, der Verstärker - vorausgesetzt man nimmt ein Gerät, was den Namen verdient und keine vollkommene Fehlentwicklung ist. Wobei man da meist mit gewolltem Sounding zu tun hat.
Anschließend kommt wieder eine Weile nichts und dann der Zuspieler, auch hier wieder vorausgesetzt, dass es kein ungeeignetes Gerät für den Zweck ist. Einer der alten RasPis (oder auch der neue?) hatte als DAC nur gefilterte PWM mit recht wenig Auflösung, das würde ich mal eher ungeeignet nennen.

Grundsätzlich sind wir im 21. Jahrhundert und ein Verstärker von 20 Hz - 20 kHz mit linearem Frequenzgang, extrem niedrigem Eigenrauschen und Verzerren mit sehr geringer Ausgangsimpedanz beherrscht fast jede Bastelbude in Fernost.
Auch die ganzen Class-D Module für untere zweistellige Euros sind in aller Regel sehr brauchbar. Wenn die dort verbautem ICs vom Hersteller nicht völlig falsch eingesetzt werden ist ein wirklich schlechtes Ergebnis nahezu ausgeschlossen.

Auch sind inzwischen DACs für 2 € zig mal besser als es menschliche Ohren wahrnehmen könnten.
Man darf dabei nicht vergessen, dass unsere Ohren ziemlich grobe Wandler sind, auch die von trainierten Menschen.

Zum Thema Verstärkerklang und DAC Klang gibt es genug dokumentierte Blindtests. Man kann natürlich nie mit Sicherheit sagen, dass es keinen hörbaren Unterschied gibt, man kann aber sehr wohl sagen, dass bisher alle Teilnehmer in solchen Blindtests mit ihren Ergebnissen im Bereich dessen lagen, was auch durch zufälliges Raten zu erreichen wäre.
Aber manche bilden sich auch ein, unterschiedliche CD Player auseinanderzuhalten, die optisch an den Verstärker angebunden sind - und somit bit für bit den selben Datenstrom liefern. Nur im Blindtest klappt das dann nie...

Der HiFi Bereich ist da irgendwie schräg. Kaum jemand würde behaupten, dass das Essen aus dem Backofen besser schmeckt, wenn dieser mit einem Reinstsilberkabel am Stromnetz hängt. Bei HiFi ist das aber für manche High Enten der einzig logische Schluss.

Also:
Als Verstärker das, was optisch gefällt und von dem im besten Fall noch ein paar seriöse Daten angegeben sind.
Als Zuspieler tut es auch der 40 € DVD Spieler von Ebay, sieht halt blöd aus und das Laufwerk macht vielleicht nervige Geräusche. Oder aber ein Smartphone, ein Laptop, was auch immer.
Als Kabel empfielt sich das, was hochwertig genug ist, damit sie nicht nach einem halben Jahr verschlissen sind weil man sie einmal zu viel angefasst hat.

Als Lautsprecher natürlich was selbst gebautes, wo sind wir denn hier!
Eine gute Anlaufstelle ist "Der akustische Untergrund" und von da ausgehend auch die eigenen Seiten von Alexander Gresler (Donhighend) und Tom Brinkmann (Gazza Audio). Das sind durch die Bank weg sehr gute Entwicklungen ohne komerzielles Interesse, sehr gut dokumentiert und von "sehr günstig" bis "darf schon etwas kosten" ist alles dabei - aber alles im Rahmen.
Das Wichtigste an einem Lautsprecher sind nicht die Hochtöner aus Diamant und der Tieftöner mit Materialien aus der Weltraumforschung. Es sind solide Komponenten die mit viel Erfahrung und messtechnischer Begleitung zusammengebracht werden. Da kostet dann ein Lautsprecherpärchen vielleicht 250 € wo man sich fragt, was da irgendwelches High Ends Zeugs für 10.000 € aufwärts überhaupt noch besser machen soll.
Zuletzt geändert von IPv6 am Mo 18. Jan 2021, 00:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von runni » Mo 18. Jan 2021, 00:31

Ich bin kein Freund von Class-D Endstufen, wenn gut gemacht mag das ok sein, aber meist werden doch Filter am Rande des nötigen ausgelegt.
Ich hab mir vor vielen Jahren mal eine zwei Kanal Endstufe konstruiert, die mit 12V läuft und ca. 20W pro Kanal schafft. Da hängt ein normaler Trafo davor und brummt, rauscht nicht. Leider sind die verbauten TDA1515BQ nicht mehr ganz aktuell, allerdings um Welten besser als die wirklich alten TDA2030, TDA2005... die rauschen doch deutlich.

Sehr kompakt in ein altes Alu- Gehäuse integriert.
http://www.auram.de/blog//index.php/200 ... 27d_Ohren/

Layout (einseitig) 80x100, hab ich da, sowie auch alle andere Unterlagen, wenn interessiert. Es kann ein Filter mit bestückt werden um den Frequenzgang an kleine Regalboxen an zu passen.
Zuletzt geändert von runni am Mo 18. Jan 2021, 00:41, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von xanakind » Mo 18. Jan 2021, 00:38

IPv6 hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 00:29
die optisch an den Verstärker angebunden sind - und somit bit für bit den selben Datenstrom liefern. Nur im Blindtest klappt das dann nie...
Die müssen ja auch Kabel mit vergoldeten Toslink Steckern verwenden.
Ist doch logisch, dass man den Unterschied erst _dann_ hört ;) :lol:

Gary
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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Gary » Mo 18. Jan 2021, 01:03

Ich oute mich mal - ich würde lieber was fertiges kaufen oder zumindest was das sich schnell zusammen stöpseln lässt.

Die Denon Lautsprecher sind geplant, ich habe die erwähnt das ihr euch keine/wenige Gedanken drüber machen müsst.
Zuspieler - nicht fix, aber das Tablet ich wahrscheinlich. Ich wollte da aber offen für Vorschläge sein. Bei Raspi müsste natürlich eine Soundkarte dran/drauf.
Die Soundkarte hat 6 Eingänge, brauche ich nicht und hätte die wohl nicht erwähnen sollen, stört nur den Blick aufs wesentliche.

Vor zwei/drei Wochen war ich in einer Bäckerei mit (leerem) Kaffee. Dachte mir die Musik hat aber Wumms, recht präsent voluminös. Wenige Sekunden dachte ich, der Bass ist zu viel. An der Decke sah ich dann Sonos Lautsprecher. So was will ich halt nicht, vielleicht hat da aber einer manuell den Bass hochgedreht.

Dann war ich neugierig und habe Apples kleinen HomePod Mini bestellt. Lustiges Teil, aber meint auch er kann sich mit zu starken Bass aufblasen. Bei größeren Lautstärken passt das Verhältnis dann besser, aber so laut will ich es selten. Bei Bluetooth kann man den Bass etwas raus nehmen und dann ist es schon verrückt wie präsent die kleine Kugel ist. Der Unterschied zwischen Musik aus der Mediathek oder per Bluetooth und Internet Radio ist deutlich hörbar. Internet Radio ist Daumen nach unten. Frau und Kinder sagen natürlich mir kann man es nicht recht machen. Steht jetzt auf der Eckbank, habe auf YouTube schon ein Video gesehen wie man den öffnet, wie lange er noch original bleibt ?

Und aktuell dudelt das Blaupunkt Palma Röhrenradio, strengt sich heute extra an, nur weil ich etwas Staub raus geblasen habe ?
Geht nur bis 100 MHz, da bin ich sicher vor Antenne Bayern.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von IPv6 » Mo 18. Jan 2021, 01:13

Gut aufpassen, dass der Thread nicht in Richtung "Holzohr vs. Goldohr" abdriftet.
Letztendlich muss jeder mit seinem Setup glücklich werden.
Für den Einen ist das das Küchenradio, für den Anderen braucht es eben Technik für den Preis eines Luxusautos.

Von mir gibts allerdings nur Ideen und Anregungen auf rein technischen Kriterien basierend.
Mir kommt jedenfalls nichts ins Haus dessen Qualität/Überlegenheit sich nicht messtechnisch einwandfrei nachvollziehen lässt.

Wenn die Lautsprecher feststehen ist die Hauptentscheidung doch schon getroffen.
Der Zuspieler sowie der Verstärker spielen eine äußerst untergeordnete Rolle, da hast du freie Auswahl um nach anderen Kriterien (Optik, Platz, Geld,..) zu entscheiden. Mit einem gebrauchten Vollverstärker aus dem letzten Jahrzehnt macht man nichts verkehrt. Es darf auch gerne älter sein, solange man nicht im Bereich ist wo kein Elko mehr annähernd seine Kapazität hat.

Ich würde dir ja gerne sagen, dass man alle Verstärker unter 500 € vergessen kann, man nur Yamaha kaufen darf oder die Kabel mindestens 6 mm² haben müssen - aber es ist wirklich nahezu vollkommen egal.

Die allermeisten kompakten Lautsprecher (Sonos und co) haben mit HiFi wenig zu tun, aber haben dennoch ihre Berechtigung. Sie bringen annehmbaren Klang mit gefühlt ordentlichem Tiefton (psychoakustischer Effekt) in ein kompaktes Gehäuse, was alle Technik integriert hat und unauffällig aufzustellen ist. Eben ein völlig anderer Anwendungszweck als klassisches HiFi.

Vom Lautsprecher selber bauen müsste ich eigentlich abraten, das macht leider hochgradig süchtig. Blöd, wenn man wenig Platz hat. Aber es ist einfach jedes Mal aufs neue faszinierend was man mit einfachsten Mitteln erreichen kann. Mit Baumarktzuschnitt und einer Oberfräse kommt man mit wenig Geld zu beeindruckenden Ergebnissen, die, von der Optik mal abgesehen, viel teureren Fertiglautsprechern in absolut nichts nachstehen.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Marsupilami72 » Mo 18. Jan 2021, 02:08

Ich glaube nicht, dass Goldohren hier viel Spaß hätten :mrgreen:
Gary hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 00:06
Was mach ich mit 20 Jahre alten Car-Audio Endstufen ? Soll ich die entsorgen, will die wer oder selbst vermasseln ?
Was sind das denn konkret für Endstufen? Gerade im Car-Audio Bereich gibt es unglaublich viel Schrott, aber auch sehr viele solide Geräte, die auch heute noch ihren Daseinsberechtigung haben.

Gary
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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Gary » Mo 18. Jan 2021, 02:54

Car Endstufen :
Mac Audio MP 102 - 4 Kanal ohne Spannungswandler - für kleine Sauereien - der unschuldige Einstieg
Alpine 3523 - 2-Kanal - habe ich im Flohmarkt günstig gefunden - wäre ein Kandidat für die Werkstatt.
Alpine 3554 (Nummer aus dem Kopf - liegt im kalten Außenlager) War mit ihren 4 Kanälen für die Lautsprecher vorn und hinten im Audi 80
RTO SX4500 war gebrückt für den Pyle Subwoofer - da war im inneren noch Platz für ein paar C um die hochgesetzte Spannung zu stabilisieren.
Der Center Speaker hatte nur einen kleinen LMxyz Bausatz
Der Aphex Cars-1 war auch im Audi, mehr von allem :-)

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von sysconsol » Mo 18. Jan 2021, 08:30

Kopfhörer.

Meinetwegen umgebaute Gehörschutzkapseln.
Meinetwegen mit Funkanbindung.

Geht niemandem auf den Sack, man stört sich nicht beim zuhören (wenn es denn um das Zuhören geht), braucht nicht so viel Platz.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Bastelbruder » Mo 18. Jan 2021, 08:38

Neulich meint ein Oberguru im EDN, sich zu (Tiefton-) Lautsprecheranordnungen auskotzen zu müssen, die vor 60 Jahren "sweet" waren und mindestens 20 Jahre in deutschen Diskotheken ganz vorn mitgespielt haben.

Sweet sixteen war ein Bauvorschlag in Popular Electronics Januar 1961, die Igoristische Ursprungs-Idee "High-Intensity Hi-Fi " wurde im September '60 vorgestellt. Im April '61 gab's dann noch einen Verbesserungsvorschlag, und in Balingen hat ein körperbehinderter Hühnerdoktor angefangen, überaus erfolgreiche Lautsprecherboxen zu bauen.

... bei der Gelegenheit stellt sich raus daß der Hühnerdoktor kürzlich sein Ohrenschmaus-Imperium verlassen hat. :(

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Roehricht
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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Roehricht » Mo 18. Jan 2021, 10:52

Hallo,
guter Klang kostet heutzutage nicht mehr die Welt. In meiner Werksatt habe ich DDR Boxen aus dem Schrottconteiner gezoen. Da habe aus Teufelboxen , ebenfalls vom Schrott, die Endstufenplatinen reingebaut.Mit Netzteil, Pegelsteller, ein NF Übertrager ist auch drin, sonst brummts weil die Boxen und der PC an weit auseinanderliegenden Steckdosen befeuert werden. Die Übertrager sind aber nix weltbewegendes, stammen aus Telefonanlagen Platinen die sogenannten OLÜs.

Dafür verschwende ich keinen Platz für einen separaten Amp. Die Mugge kommt aus dem sowieso vorhandenem PC mit dem oginaalen NF Ausgang. Der PC ist ein Dell mit Pentium 4, auch aus der Tonne.
Als Quelle dienen Internet Musikstationen oder mein Netzlaufwerk . Da ist kein Klangverbiegerzeugs zwischen. Der Winamp hat zwar ein EQ mit drin, steht aber auf neutral.

Auto Endstufen kann man ohne den 12V Umweg aus dem Netz betreiben betreiben. Aufmachen und mit symetrischer +/- 30V aus Netztrafo und Gleichrichter direkt an die Ladeelkos des Wandlerausgangs anfrickeln. Evtl. muss man da noch etwas fettere Elkos mit drantüdeln.

Beim Sperrmüll finden sich gelegentlich auch "Hi-Fi" Amps gängiger Hersteller. Vor etwas längerer Zeit hab ich einen alten Pioneer weggefunden, der dürfte ca 40 Jahre alt sein. Total versifft aber funktionierend. Gemessene 2 x 120W bis Clipping. Nicht schlecht für ein Sperrmüllfund.

Zum Selbstabu von Boxen finde ich die Visonik Chassis sehr gut im Preis /Leistungs Verhältnis. Das Zeug steckt auch schonmal ein wenig mehr Leistung weg ohne gleich abzurauchen.

73
Wolfgang

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von KalleGrabowski » Mo 18. Jan 2021, 11:17

Sperrmüllfund für die Weltherrschaft!

Ein Teil meines Messyproblems ist dadurch verursacht, daß sich Hifikomponenten der 70er bis 90er hier ablagern.
Alles Geräte von Leuten, die auf Smartphonedocks und Bluetoothrollen umgestellt haben, und dabei an mich dachten :“Du bastelst doch gern“

So steht im Wohnzimmer seit Jahren ein Scott 480A von 1978. Da kann man die Klangsteller per Schalter deaktivieren, Loudness sowieso. Diese Möglichkeit haben einige Verstärker dieser Ära, zu Hochzeiten der CD war das als “CD Direct“ beworben, um bei CD ein möglichst unverfälschtes Klangerlebnis zu haben.

Class D war zu der Zeit noch kein Thema, aber dafür auch keine wilden DSP-Effekte.
Nach so einem Mopped würde ich Ausschau halten.

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ferdimh
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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von ferdimh » Mo 18. Jan 2021, 13:24

Es gibt zwei Dinge, auf die ich achten würde:
a) Kein Class-D am Basteltisch. Ich hatte einmal - genau einmal - Störungen dadurch. Und danach ständig die Frage, ob das gerade beobachtete Phänomen aus dem Class-D kommt. Das tat es dann nicht, aber nervig isses trotzdem.
Die EMV-Prüfungen (sofern sie überhaupt stattgefunden haben) interessieren sich für Störungen der ANDEREN. Daher sind Konstruktionen, die große Störpegel im Nahfeld erzeugen, ok. Eine irgendwie abstrahlende Lautsprecherstrippe mag nach 3 Metern überhaupt nicht mehr nachweisbar sein, aber quer über den Tisch macht sie potentiell Ärger.
Bei HiFi-relevanten Leistungen und Netzbetrieb bietet das Ganze irgendwie keinen Vorteil. Aus Chinesien bekommt man auch Platinen mit dem TDA7293, die funktionieren gut und sind HF-mäßig leise.

b) Was ich unglaublich praktisch finde, ist ein 2. Eingang auf Bananenbuchsen zu Testzwecken, mit dem man mal schnell irgendwas abhören kann. Ein GehörVerstärkerschutzgleichrichter am Eingang schadet hier nicht ;-)

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von bulle » Mo 18. Jan 2021, 15:28

Hey Gary, du hast doch fast alles da. Die Denons, eine gute Autoendstufe, und ein Computernetzteil mit 12 Volt und einigen Ampere lässt sich doch auch auftreiben.
Dann kaufst du dir das https://www.amazon.de/Speaka-SP-5741548 ... REW8&psc=1 Umschaltpult und lötest da ein Stereopoti 100 K Ohm logarythmisch ein. Dann hast du Umschaltmöglichkeit und Lautstärkeregelung. Fertig, der Drops ist gelutscht
LG
Klaus

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Gary » Mo 18. Jan 2021, 18:05

Ja, ich habe jahrelang fleißig gesammelt, es fehlt wohl nur das logarithmische Poti.

Auf die Klasse D Verstärker bin ich neugierig, da hoffte ich auf Empfehlungen - oder Warnung. Eine 43cm breite Heizung will ich weniger.

Amazon bringt morgen ein Autoradio, das kann von USB oder SD Karte abspielen. Bei 35€ hat die Neugierde gesiegt.

Die Auto Endstufe mit einem Trafo versorgen klingt gut, aber ich denke da werden ein paar OP's direkt mit den 12V versorgt werden.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Marsupilami72 » Mo 18. Jan 2021, 18:15

Wenn Du eh ein Autoradio nutzt, brauchst Du keine extra Endstufe...

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von Gary » Mo 18. Jan 2021, 19:28

Marsupilami72 hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 18:15
Wenn Du eh ein Autoradio nutzt, brauchst Du keine extra Endstufe...
Das Radio habe ich gekauft aus Neugierde und weil es keine Empfehlungen für einen kleineren Verstärker gab. Bei Ebay Kleinanzeigen gibt es nur alte schwere Kisten aus der guten alten Zeit.
In meinem Haus gibt es noch ein paar "stille" Zimmer, da ist noch Bedarf.

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von sysconsol » Di 19. Jan 2021, 08:47

Bastelbruder hat geschrieben:
Mo 18. Jan 2021, 08:38
Neulich meint ein Oberguru im EDN, sich zu (Tiefton-) Lautsprecheranordnungen auskotzen zu müssen, die vor 60 Jahren "sweet" waren und mindestens 20 Jahre in deutschen Diskotheken ganz vorn mitgespielt haben.

Sweet sixteen war ein Bauvorschlag in Popular Electronics Januar 1961, die Igoristische Ursprungs-Idee "High-Intensity Hi-Fi " wurde im September '60 vorgestellt. Im April '61 gab's dann noch einen Verbesserungsvorschlag, und in Balingen hat ein körperbehinderter Hühnerdoktor angefangen, überaus erfolgreiche Lautsprecherboxen zu bauen.
Solange es bei Tiefton bleibt, sollte das funktionieren.
Wenn es in den Mitteltonbereich geht, wird das nichts mehr - zumindest nicht mit HiFi.

In einer Diskothek geht es aber nur um Schalldruck - das macht doch erst Spaß, wenn man die Magengegend die Ohren beim Hören unterstützt. Der Brustkorb darf auch gern :twisted:

Man darf auch nciht vergessen, dass bei heutiger (elektronischer) Musik der Tieftonbereich weiter runter reicht.
Der ist doch gar nicht für die Ohren gemacht ...

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Re: HiFi beim basteln

Beitrag von ferdimh » Di 19. Jan 2021, 13:14

Die Konstruktion funktioniert übrigens auch im MT/HT-Bereich, solange die Phasendifferenz zwischen zwei benachbarten Lautsprechern klein genug bleibt, um in dem Bereich, wo man noch halbwegs differenziert hören kann (sagen wir mal bis 8000 Hz) ein definiertes Abstrahlverhalten zu erzielen. Dazu gehört ein Abstand der Lautsprecher von etwa 5 Zentimetern, der größer werden kann, wenn die Lautsprecher so aufgestellt werden, dass man nicht ernsthaft schräg davor sitzt.

Das klappt am besten, wenn man die resultierende Tonsäule (keine Fläche!) in einer Dimension deutlich größer als macht, als die Hörerposition schwankt. Wenn man also Schädelhöhen zwischen 1m und 2m unterstützen möchte, kann man mit 1,5m Tonsäule schon gute Ergebnisse erzielen. Das Ganze hat sicher auch Krankheiten, hat aber auch viele Krankheiten der "normalen" Mehrwege-HiFi-Box nicht (insbesondere fehlt das "tannenbaumförmige" Abstrahlverhalten, wo bei jeder Trennfrequenz der Weiche die Abstrahlung von "grenzwertig schmal" nach "unnötig breit" wechselt).
Aufgrund des Bedarfs an Höhe und Hörabstand ist das aber eher nichts, was man sich mal eben an den Basteltisch baut. Da tuts ungefähr alles, was im Nahfeld gute Eigenschaften hat.

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